1 Monat Myanmar: Besonderheiten und Reisezeit


Myanmar war das Land, auf das wir am meisten gespannt waren. Ein Land, das erst seit Kurzem Touristen willkommen heißt. Ein Land, in dem vielleicht noch das große Unbekannte, ein Abenteuer wartet. Ein unentdecktes Land.

Nachdem wir einen Monat lang durch Myanmar gereist sind, können wir sagen: Dem ist nicht so. Überall wo wir waren, waren auch andere Touristen, gab es schon gute Busverbindungen mit teils extrem komfortablen Bussen (davon könnte sich Laos eine Scheibe von abschneiden), tollen Hotels und vielen englischen Menüs in den Restaurants. Zwar haben wir uns die meiste Zeit auch nur auf der typischen Touri-Reiseroute bewegt (Yangon Bagan Mandalay Inle See) – am Ngwe-Saung-Strand und in Pathein waren viel weniger Touristen – aber auch dort hätten wir nicht so einen Standard erwartet.

Kurz: Es ist einfach Myanmar zu bereisen, auch wenn die Busrouten noch teilweise umständlich sind (vom Strand aus kommt man z.B. nicht direkt nach Bagan, sondern muss den Umweg über Yangon in Kauf nehmen). Es gibt aber auch viele Inlandsflüge – für diejenigen, die nicht ewig in Bussen sitzen wollen.

Es gibt sogar überall Internet – es ist zwar oft ziemlich schlecht, aber es ist da. So konnten wir auch für jeden Ort (außer Pathein) unser Hotel vorbuchen. Die Hotels sind nämlich nicht gerade günstig. Über Agoda.com haben wir immerhin Rabatt auf sehr schöne Zimmer bekommen – zu einem annehmbaren Preis (im Durchschnitt um die 25 Euro, inklusive Frühstück).

Wir waren im Januar, also mitten in der Hauptsaison, im Land und waren ziemlich positiv überrascht, weil beispielsweise in Bagan viel weniger Touris herumgelaufen sind, als wir angenommen hatten. Auch am Strand war kaum etwas los.

Thatbinnyu-Tempel in Bagan
Thatbinnyu-Tempel in Bagan

Januar bedeutet auch Trockenzeit für das Land und das haben wir deutlich gespürt. Die Landschaft sah ziemlich verdorrt aus, die Reisfelder, die sonst in so herrlich saftigem Grün leuchten, waren vertrocknet und in Bagan war es extrem staubig. Geregnet hat es kein einziges Mal. Somit war die Luftfeuchtigkeit auch niedrig und wir traten einer trockenen Hitze entgegen. In Mandalay wurde es abends sogar kühl (zumindest für unser verweichlichtes Empfinden), am Inle See habe ich auch tagsüber immer eine Jacke getragen.

Apropo Kleidung: In Myanmar tragen etwa 90% der Männer einen Sarong (eine Art gewickelter langer Rock) – ebenso wie die Frauen. Generell laufen die Menschen sehr bedeckt herum (wir haben nur sehr wenige junge Frauen in kurzen Hosen gesehen).

Auch die Gesichter bedecken die meisten Burmesen – und zwar mit einer cremefarbenen Paste, die sie sich teilweise nur auf die Wangen, teilweise ins ganze Gesicht schmieren.

Was wir auch im ganzen Land gesehen haben: (vor allem) Männer, die Betelnüsse kauen und dadurch ihren Mund und auch die Straßen blutrot färben. Betelnuss-Verkaufsstände gibt es wirklich überall und sogar mehr als Essensstände.

Eine weitere Besonderheit in Myanmar: Tempelbesucher müssen die Schuhe (und Socken!) bereits am Eingang des Tempelkomplexes ausziehen. Tempelanlagen bestehen ja nicht nur aus einem Tempel, sondern aus mehreren Tempeln, Stupas, Buddha-Figuren. Um das alles zu besichtigen, muss man also barfuß draußen herumlaufen, teilweise durch Baustellen- oder Vogeldreck und schleppt dann diesen Dreck mit in den Tempel herein. Macht nicht so richtig Sinn, ist aber so. Die Füße sehen dann abends entsprechend aus (wie wir euch hier gezeigt haben).

Shwedagon Paya in Yangon
Shwedagon Paya in Yangon
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Shwedagon Paya in Yangon
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Shwedagon Paya in Yangon

Aufgefallen ist uns auch, dass in Yangon fast ausschließlich Autos auf den Straßen unterwegs sind. Es herrscht Rechtsverkehr und der Fahrer sitzt auch rechts im Auto. In anderen Städten fahren hingegen zusätzlich viele Mopeds (wie wir das von allen anderen asiatischen Städten gewohnt sind).

Überrascht hat uns, dass es in Myanmar so viele leckere Avocados gibt. Es waren die besten Avocados, die wir jemals gegessen haben. Es gibt auch viele Restaurants, die aus den Avocados super leckere Salate bzw. Guacamole machen. Und wir dachten, wir müssten bis Südamerika warten, um tagtäglich in den Genuss von Avocados zu kommen…

Avocado-Salat
Avocado-Salat

Wusstet ihr, dass Myanmar zeitlich gesehen 5,5 Stunden vor Deutschland liegt? Wir auch nicht.

Normalerweise bin ich ja immer sehr auf Abstand bedacht, was die vielen freilaufenden Hunde in Asien angeht. Doch dank Mr Pies hat sich meine Angst gelegt – was vielleicht auch daran liegt, dass die Hunde in Myanmar kein bisschen aggressiv waren. Außerdem haben wir in dem Land unglaublich viele Welpen gesehen. Und die waren einfach zuckersüß.

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Zu guter Letzt: Die Burmesen sind nett und hilfsbereit. Als sich nach unserer Ankunft in Yangon herausstellte, dass unser Hotel uns nicht vom Flughafen abholt (auch wenn wir das per Mail so ausgemacht hatten), halfen uns andere Hotelmenschen (die auf ihre Gäste warteten) und riefen für uns bei unserem Hotel an (und richteten ein ernstes Wort an unseren Hoteltyp). Auch davon könnte sich Laos eine Scheibe abschneiden.

Nach Myanmar ging es für uns zunächst nach Bangkok, dann nach Nong Khai und von dort über die Grenze nach Vientiane, Laos. Berichte aus Laos gibt es in nächster Zeit auf unserem Blog. Falls ihr Fragen zu Myanmar oder irgendeinem anderen asiatischen Land habt, könnt ihr uns gerne über Facebook oder E-Mail kontaktieren.


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