6 Monate unterwegs

Ganze 6 Monate, also ein halbes Jahr (!), sind wir nun schon auf Reisen. Die vergangenen Monate sind nur so an uns vorbeigerauscht und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann wir die vielen Erlebnisse verarbeiten sollen. Denn: Wir sehen jeden Tag etwas Neues, etwas Wunderschönes, essen etwas super Leckeres oder erleben eben irgendetwas. Da bleibt kaum Zeit all das wirklich zu begreifen, geschweige denn zu verarbeiten.

Seit unserem „3 Monate unterwegs“-Beitrag ist soooo viel passiert: Wir haben uns noch einmal in Thailand verliebt, waren Gäste auf einer philippinischen Hochzeit, sind in luftiger Höhe mit einem Fahrrad über ein Drahtseil gefahren, haben ein verstecktes Paradies auf Palawan entdeckt und dort zwei Nemos beobachtet, haben uns durch all die chinesischen Zeichen in Taiwan gekämpft, ein Rieseneis verspeist und sind durch einen extrem schmalen Tunnelgang in Cu Chi (Vietnam) gelaufen.

Hier komme ich gerade aus einem der Tunnel in Südvietnam heraus
Hier komme ich gerade aus einem der Tunnel in Südvietnam heraus

Die größte Errungenschaft auf unserer bisherigen Weltreise war allerdings etwas anderes – zumindest für mich: Endlich, endlich, nach 3,5 Jahren Beziehung versteht Basti nicht nur, warum ich in den vergangenen Jahren so von vietnamesischen Eiskaffee mit süßer Kondensmilch geschwärmt habe, nein, er trinkt sogar mehr davon als ich! Der vietnamesische Kaffee und die vietnamesische Küche (We love Pho) gehören wirklich zu den Dingen, die jeder einmal geschmeckt haben sollte.

Kondensmilch, sehr starker Kaffee und Eis - die perfekte Kombination
Kondensmilch, sehr starker Kaffee und Eis – die perfekte Kombination

Landschaftlich am meisten beeindruckt hat uns in den letzten drei Monaten der Taroko Gorge Nationalpark in Taiwan. Schaut euch den UNBEDINGT an. Nach Taiwan zu reisen lohnt sich wirklich und dieser Park ganz besonders.

Der Taroko Gorge Nationalpark in Taiwan
Der Taroko Gorge Nationalpark in Taiwan

In den letzten sechs Monaten ist auch etwas mit uns passiert: Wir haben uns verändert. Meine Haare werden durch die permanente Sonneneinstrahlung immer blonder, Bastis Haare wachsen unaufhörlich vor sich hin und sorgen mittlerweile für Verwirrung bei den Einreise-Beamten (siehe Taiwan und Vietnam).

So sahen wir vor 6 Monaten am Münchner Flughafen aus
So sahen wir vor 6 Monaten am Münchner Flughafen aus
Das Bild ist in Taiwan entstanden
Das Bild ist in Taiwan entstanden

Braun sind wir natürlich auch geworden, allerdings kommt in letzter Zeit nicht mehr so viel Bräune dazu (das glaube ich zumindest). Nicht etwa, weil die Sonne nicht scheint, sondern weil wir uns immer mehr vor ihr schützen. Ja, ich laufe auch manchmal mit einem Regenschirm in der Hand herum, wenn strahlend blauer Himmel ist. Ich werde langsam zu einer Asiatin.

Apropo Asiaten: Reis, scharfes Curry oder Fleisch zum Frühstück ist für uns nichts ungewöhnliches mehr. Außerdem essen wir alles mit Chopsticks (außer die Suppenbrühe, die löffeln wir 😉 ) und verstehen auch gar nicht, warum wir die Stäbchen in Deutschland nicht öfter einsetzen. Wir können uns mittlerweile gar nicht mehr vorstellen Nudeln mit einer Gabel zu essen.

Ob Reis oder Gemüse - wir essen alles mit Stäbchen
Ob Reis oder Gemüse – wir essen alles mit Stäbchen

Reis ist unser Brot (ich vermisse deutsches Schwarzbrot). Vor einem Jahr noch habe ich Reis nicht sonderlich gemocht und im Urlaub ständig auf Nudeln bestanden. Doch seit wir unterwegs sind, esse ich gerne Reis (zum Glück). Genauso ist es mit Kokosnüssen. Die trinke ich erst seit unserer Weltreise. Keine Ahnung warum ich die früher nicht schon literweise geleert habe. Die sind doch sooo lecker!

Sechs Monate von der Familie getrennt zu sein ist nicht immer leicht. Daher war es besonders schön, auf den Philippinen so unglaublich lieb von der Familie der Braut aufgenommen zu werden. Wir haben uns von Anfang an wie Freunde/Familienmitglieder gefühlt – und nicht wie Fremde.

Unsere philippinische Familie
Unsere philippinische Familie

Die Schwester der Braut wohnt übrigens mit ihrem Mann, einem Engländer, in Singapur. Wir hoffen, die beiden irgendwann einmal besuchen zu können, denn sie leben dort mit ihrem Mops, Mr. Beef Pies! Wer mich kennt, weiß ja, dass ich Möpse unfassbar niedlich finde und jedes Mal, wenn ich einen sehe, ein dickes fettes Grinsen im Gesicht habe. Wir hoffen also, Mr. Beef Pies bald kennen lernen zu dürfen. Mr. Beef Pies hat übrigens einen eigenen Instagram-Account: Ihr findet ihn unter iammrpies.

Nun möchten wir noch einige besondere Momente mit euch teilen:

Überraschendes: Ob ihr’s glaubt oder nicht: So langsam aber sicher vermissen wir das deutsche Klima. Als wir in Alishan (Taiwan) wandern waren (den Bericht dazu lest ihr als nächstes auf dem Blog), hatte es in den Bergen mal nur 20-25 Grad – und wir fanden es soooooo herrlich. Endlich mal wieder kühle Luft. Wir beneiden euch ein wenig um den deutschen Herbst und die baldige Vorweihnachtszeit.

Härtester Moment auf Reisen: Meine Schwester hat im September meine kleine Nichte zur Welt gebracht und ich kann weder das Baby knuddeln, noch meine Schwester, meinen Schwager und meinen Neffen in die Arme schließen. Das ist wirklich nicht leicht für mich und macht mich schon sehr traurig. Aber da wir uns einen Heimaturlaub leider nicht leisten können, muss ich die Kleine vorerst auf meinem Handybildschirm bewundern. Schnief.

Herzwerwärmendster Moment: Als ich einem kleinen Jungen in Manila eine gezuckerte Kartoffel in die Hand gedrückt habe und er über beide Ohren gestrahlt hat – auch zwei Stunden später noch, als wir wieder an ihm vorbeikamen. Die Armut in Manila geht einem schon nahe.

Peinlichster Moment: Als ich mit einer dicken Oberlippe einen Tagesausflug in Port Barton bestreiten musste.

Paradiesischster Ort: In den vergangenen drei Monaten war das Port Barton auf Palawan. In den ersten drei Monaten unserer Weltreise waren Karimunjawa und Gili Meno die paradiesischsten Orte. Diese Strände haben die Messlatte echt sehr hoch gelegt.

Der Strand von Port Barton
Der Strand von Port Barton

„Neu entdeckt“ haben wir Drachenfrüchte. In Deutschland haben wir sie nie gekauft, weil sie dort meist nach nichts schmecken. Seit Thailand verspeisen wir sie allerdings sehr regelmäßig, denn sie sind hier unglaublich süß und so lecker!

Auch in Vitenam gibt es leckere Drachenfrüchte
Auch in Vitenam gibt es leckere Drachenfrüchte

Nervig finden wir es, dass es in Asien einfach viel zu wenig Papierkörbe gibt. Da wir ja ständig Essen an kleinen Straßenständen kaufen, haben wir auch ständig Plastikmüll in der Hand. Und den bekommt man dann so schnell nicht wieder los.

Abschließend müssen wir unsere geliebte Familie und unsere Freunde enttäuschen: Wir haben noch lange nicht genug und wollen noch so viel mehr von der Welt sehen. Es dauert also noch ein Weilchen, bis wir wieder deutschen Boden betreten. Trotzdem vermissen wir euch natürlich und freuen uns jedes Mal riesig, wenn wir mit euch skypen können oder Bilder und Nachrichten über WhatsApp austauschen. In unseren Herzen reist ihr mit uns!

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