Karibik: Aruba vs. Curaçao und warum uns mal wieder Einheimische gerettet haben


Traumstrände und Flamingos im türkisfarbenen Meer – dieses Bild hatte ich im Kopf, als uns die winzige Propellermaschiene von Insel-Air (mit nur 1 Stunde Verspätung) von Curaçao nach Aruba brachte (der Flug dauert gerade mal 20 Minuten). Ich hatte im Voraus viele Bloggerberichte gelesen und Bilder gesehen – alle schwärmten von dieser Insel. Nun waren wir selber eine Woche dort und müssen sagen: Statt „One Happy Island“ würde der Slogan „One Expensive Island“ die Insel besser beschreiben.

Einen ersten Eindruck von der Insel hatte ich euch ja bereits in diesem Beitrag gegeben. Aruba könnt ihr euch wie ein Mini-Florida vorstellen. Es ist überflutet von Amis und Kreuzfahrt-Touris. Und die haben anscheinend alle zu viel Geld, sodass sie gerne mal 40 US-Dollar für einen Schirm am Strand (Liegen nicht inklusive) ausgeben! Ja, so teuer ist es zum Beispiel am Baby Beach im Osten der Insel. Wo wir auch schon bei unserem ersten Kritikpunkt wären: In Aruba eine Liege mit Sonnenschirm am Strand zu bekommen ist teuer. Oder überhaupt nicht möglich, denn vor allem im Westen der Insel sind die meisten Liegen für die Hotelgäste reserviert oder von ihnen belegt (teilweise nur mit Handtüchern als Platzhalter). Das ist extrem nervig. In Curaçao gab es an den meisten Stränden keine großen Hotels und jeder hatte die gleiche Chance auf eine (bezahlbare) Liege. In Aruba gab es für die unglaublichen 40 US-Dollar pro Schirm am Baby Beach nicht einmal eine ordentliche Toilette dazu.

In Aruba herrscht ebenso wie in Curaçao ein trockenes Klima (und das Wasser auf der Insel ist sehr teuer). Mangos, Papayas und Co. wachsen dort also nicht. Die meisten Supermärkte in Oranjestad verkaufen nicht mal Obst bzw. die kleine Auswahl hat ihren stolzen Preis. Zwar ist auch Curaçao nicht gerade ein Obstparadies, aber dort ist die Auswahl viel größer und günstiger.

Unser Airbnb-Hosts Reinier und Dioni in Santa Cruz (können wir sehr empfehlen) haben es mit viel Pflege geschafft, ein paar Obstbäume in ihrem Garten zu ziehen. Aber viel werfen die nicht ab. Was wir ganz toll fanden: Wir hatten einen Cashew-Baum direkt vor der Haustür und auch wieder einen Garten-Kolibri 🙂 .

So sieht ein Cashew-Baum aus

Auch auf Aruba macht es Sinn, sich ein Mietauto zuzulegen. Da wir diesen Luxus auf Curaçao genossen hatten, wollten wir uns das Leben auf Aruba mal wieder ein bisschen schwieriger machen 😉 (na gut, dass der Kontostand nach fast 2 Jahren auf Reisen unaufhaltsam gegen 0 ging, hatte auch etwas damit zu tun 😉 ). Wir wollten uns mit Bussen fortbewegen. Das hat schonmal bei der Ankunft nicht geklappt, denn den Flughafen fahren keine Busse an. Das Taxi nach Santa Cruz (etwa 8,5 km vom Flughafen in Oranjestad entfernt) hat uns 26 US-Dollar gekostet – inklusive 3 US-Dollar Sonntagszuschlag.

Da wir soweit außerhalb gewohnt haben (etwa in der Mitter der Insel – also irgendwo im Nirgendwo), gab es auch keine richtige Bushaltestelle in der Nähe unseres Airbnbs. Also sind wir unter der brennenden Sonne an der staubigen Straße entlanggelaufen und haben heftig gewunken, als ein Minibus in Sicht kam (mit einem sehr netten Busfahrer). Für insgesamt 8 Florin (auf Aruba kann man mit US-Dollar und Florin zahlen) hat der uns in die Stadt gebracht. Dort sind wir dann zum Busbahnhof gelaufen und dann in den Arubus Richtung Eagle Beach (im Westen der Insel) gestiegen – für 4,50 Florin pro Person (ca. 2,20 Euro).

Eagle Beach

In der Stadt gibt es übrigens eine kleine süße Bahn, mit der man sich kostenlos einen Mini-Überblick über Oranjestad verschaffen kann.

Abends ging es dann auf die gleiche Weise zurück. Der Minibus ließ uns an der Straße raus, die letzten 400 Meter bis zur Wohnung wollten wir laufen. Doch plötzlich waren da überall aggressive Straßenhunde. Und das ist mein 3. großer Negativ-Punkt. Wer sich in Aruba nicht in der Hotel-Area aufhält und auch mal ins Hinterland geht (oder wie wir dort wohnt), muss sich auf diese Hunde gefasst machen. Ihr wisst ja, das wir in puncto Straßenhunde (oder auch Straßen-Affen) schon einiges durchgemacht haben und ich echt mega Angst vor denen habe. Da ich also weder vor noch zurück laufen konnte, habe ich wieder einmal panisch Autos herangewunken. Das 2. hielt zum Glück an und der Fahrer war sogar ein Freund unserer Airbnb-Hosts. Er war so nett und fuhr uns die letzten Meter bis vor die Haustür. Am nächsten Morgen erzählte ich dann unseren Hosts von dem Vorfall und auch die meinten, dass die Hunde tatsächlich aggressiv sind (besonders abends) und die Einheimischen sich mit Steinen bewaffnen. Von da an fand ich die Vorstellung, jeden Morgen an der Straße entlangzulaufen in der Hoffnung, dass möglichst bal ein Minibus auftaucht natürlich nicht mehr so prickelnd. Am nächsten Morgen standen wir dann auch noch ewig an der Straße. So lange, bis ein paar Einheimische Mitleid hatten und uns bis zur nächsten richtigen Bushaltestelle mitnahmen. Es dauerte nicht lange, bis wir uns dann ein Mietauto für die letzten Tage zulegten. Für 4 Tage haben wir bei Budget etwa 240 US-Dollar gezahlt.

Bereut haben wir die Bus-Erfahrung aber nicht. Denn so sind wir in Kontakt mit Einheimischen gekommen und haben mal wieder festgestellt, wie hilfsbereit und freundlich die Menschen doch sein können. Auf Curaçao hatten wir es zwar bequem – aber dafür so gut wie gar keinen Kontakt zu den Einheimischen, was ich nicht so schön fande.

Ohne Auto hätten wir uns auch vieles nicht anschauen können. Zwei Tage haben wir nämlich komplett für eine Insel-Besichtigungstour genutzt. Ans Herz legen möchten wir euch die Donkey Sanctuary. Dort kann man Esel streicheln und füttern (wir haben einfach ein paar Möhren mitgebracht). Das Ganze kostet keinen Eintritt, aber man sollte eine kleine Spende dalassen, die den Tieren zu Gute kommt.

Unser nächster Stop war die Natural Bridge (im Osten der Insel). In der Gegend haben wir ein paar wilde Esel entdeckt und hatten einen tollen Ausblich auf das Meer. Danach wollten wir uns am Baby Beach erfrischen, doch bei den Preisen (40 US-Dollar für einen Schirm) verging uns fast die Lust. Wir haben uns dann unter einen Baum gelegt (der Sand dort war ziemlich hart) und von dort aus den Blick auf diese wunderschöne Bucht genossen. Das Wasser dort ist super ruhig – wie ein riesiger türkisfarbener Pool.

Baby Beach
Baby Beach

Ganz in der Nähe befindet sich der Rodgers Beach, dort gibt es aber nur ein paar Schirme und der Strand ist nicht so toll. auf dem Weg dahin haben wir übrigens ein paar tote Schlangen auf der Straße entdeckt…

Auf dem Rückweg nach Santa Cruz haben wir uns dann noch ein super leckeres Abendessen bei Zeerover gegönnt. Das Restaurant liegt im Süden der Insel (Savaneta) und ist sehr beliebt bei Einheimischen und Touris, denn das Essen ist nicht nur günstig sondern auch sehr gut. Für 22 US-Dollar haben wir 2 Stücke Red Snapper, Pommes, frittierte Bananen, 2 Mais-Brotfladen, Tatarsoße und eingelegte Zwiebeln bekommen. Zum Essen dazu gibt‘s für jeden eine scharfe Papaya-Sauce, die auf Aruba hergestellt wird. Diese Soße solltet ihr euch unbedingt im Supermarkt kaufen (kostet dort nur 5 US-Dollar), denn sie schmeckt fantastisch!

Bleiben wir gleich mal beim Essen: Empfehlen können wir auch das Dutch Pancake House am Renaissance Market Place. Die riesigen und sehr üppig belegten Pfannkuchen sind echt großartig, es gibt kostenloses Wasser und zum Nachtisch u.a. Poffertjes 🙂 . An dem Platz wird abends auch manchmal Live Musik gespielt.

Ansonsten haben wir viel selber gekocht in unserer kleinen Airbnb-Küche. Unter anderem Arepas. Die hatten wir ja im La Boheme auf Curaçao gegessen und sie sind sehr einfach herzustellen. Einfach Maismehl mit Wasser und etwas Salz vermischen, 5 Minuten ruhen lassen, Fladen formen und in der Pfanne anbraten. Fertig. Sie können dann süß oder herzhaft belegt werden.

An unserem 2. Tagesausflug wollten wir uns den Nationalpark näher anschauen. Aber für eine Guided Tour muss man sich schon am Vortag anmelden – das hatten wir verpasst. Also sind wir weiter gefahren zu einer weiteren Natural Bridge im Norden. Achtung: Geht hier nicht zu nah an den Rand, das Meer schießt nämlich manchmal darüber. Außerdem ist eine Brücke bereits zusammengebrochen.

Natural Bridge
… und die zusammengestürtze Brücke

Weiter ging es dann zu einer Gold-Mienen-Ruine. 1824 wurde in Arubas Norden nämlich Gold entdeckt.

Bushiribana-Gold-Miene

Als nächstes stand die Straußenfarm auf unserem Programm, aber die war sonntags wie ausgestorben. Also haben wir uns stattdessen die Ayo Rock Formation angeschaut, die uns an die Wairere Boulders in Neuseeland erinnert hat.

Letzter Ausflugs-Tipp: Aruba Aloe. 1840 kam die Aloe-Pflanze auf die Insel. Aruba entwickelte sich danach zum weltgrößten Aloe-Exporteur. Wie aus den Pflanzen die tollen Produkte hergestellt werden (Cremes, Peelings, Shampoos, usw.) und viele weitere Infos erzählen die Mitarbeiter von Aruba Aloe jede halbe Stunde in kostenlosen Führungen. Dabei durften wir auch ein Blick in die Fabrik werfen und ein Museum gibt es auch. Der Besuch lohnt sich also definitiv! Ich habe dann im Shop kräftig zugeschlagen und bin mit allen Produkten super zufrieden.

Alles in allem hat es uns auf Curaçao besser gefallen. Die Flamingos laufen auf Aruba übrigens nicht einfach so am Strand herum. Um sie zu sehen, muss man eine Tour nach Renaissance Island buchen.

Bevor ich diesen Beitrag mit Strandbildern abschließe, kurz noch ein paar Worte zur Ausreise. Für uns ging es von Aruba über Miami nach New York. Der Flughafen in Oranjestad ist unterteilt in Non-USA-Departures und USA-Departures. Die ganze Abfertigung wird also bereits auf Aruba vorgenommen, sodass wir in New York nicht noch ewig warten mussten und direkt zum Gepäckband laufen konnten. Dafür mussten wir in Oranjestad viele Fragen beantworten, einige Dokumente ausfüllen und unser Gepäck hin- und hertragen, bis wir endlich zum Gate durften.

Meer-Pool am Renaissance Hotel in Oranjestad
Palm Beach
Malmok Beach

Bye bye Karibik

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