Leben nach der Weltreise: Fernweh vs. Heimweh


Fernweh vs. Heimweh

Ihr Lieben, wir haben endlich eine Wohnung gefunden! Eine wunderschöne, ganz frisch renovierte 2-Zimmer-Wohnung in Heilbronn. Ich kann es kaum erwarten dort einzuziehen und endlich, endlich wieder einen eigenen Kleider- und Kühlschrank zu haben! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich diese 2 Dinge mittlerweile zu schätzen weiß!

Seit April sind wir nun schon wieder in Deutschland, trotzdem führen wir seit dem ein Leben aus Taschen, Kisten und Koffern. Die Vorfreude auf die eigenen 4 Wände ist dementsprechend riesig! Wir können uns ganz neu einrichten und unser Heim so gestalten wie wir wollen (bzw. wie es der Geldbeutel zulässt 😉 ). Trotzdem werde ich mein Fernweh nicht los.

Und da wären wir auch schon beim heutigen Thema: Heimweh vs. Fernweh. Man will ja immer das haben, was man gerade nicht hat. Bzw. will ich gerade beides: eine eigene Wohnung UND verreisen 🙂 . Man wird ja wohl noch träumen dürfen 😉 .

Ich befinde mich also in einem kleinen Dilemma. Der neue Job macht Spaß, die Wohnung rückt in greifbare Nähe, der Wunsch nach dem eigenen Hund wird immer größer und trotzdem kann ich es kaum erwarten, wieder zu reisen. Egal wohin. Hauptsache etwas Neues sehen und entdecken. So leicht und spontan geht das nun aber nicht mehr. Der Basti studiert ja jetzt und ist rund um die Uhr am lernen (ich glaube kein Student nimmt sein Studium so ernst wie er 😉 ). Während ich unter der Woche von früh bis spät arbeite. Ok, ich gebe es zu: Zwischendrin gibt es immer mal wieder einen Mitarbeiter-Verkauf, bei dem ich schon das ein oder andere Schnäppchen gemacht habe 🙂 .

Weniger ist mehr

Apropo kaufen: Auf Reisen habe ich gelernt, mit wie wenig ich auskommen und glücklich sein kann (nämlich mit einem großen und einem kleinen Rucksack und dem Basti). Für die Zukunft habe ich mir fest vorgenommen, keinen Unsinn zu kaufen (nicht, dass ich das je getan hätte), alles, was wir nicht mehr brauchen oder benutzen wegzuschmeißen und unsere neue Wohnung auf gar keinen Fall zuzustellen. Das Geld, das ich sonst für Dinge ausgegeben habe, dich vielleicht ganz nett, aber nicht unbedingt lebenswichtig sind, will ich lieber in neue Reisen investieren (und bald hoffentlich in unseren Hund).

Ich will mich künftig auf die Dinge konzentrieren, die mir wichtig sind und die mich glücklich machen. Dazu würde allerdings gehören, am Meer zu leben. Denn ich LIEBE das Meer. Die salzhaltige Luft, das Geräusch der Wellen, Sand unter meine Füßen – für mich gibt es fast nichts Schöneres als am Meer zu sein. Von unserer neuen Wohnung in Heilbronn ist es allerdings ein weiter (sehr weiter) Weg bis zum nächsten Meer. Man kann eben nicht alles haben im Leben. Oder etwa doch? Manchmal frage ich mich, ob ich wirklich Kompromisse eingehen muss oder ob ich sie aus Bequemlichkeit eingehe. Ans Meer zu ziehen wäre schließlich ein gewaltiger Schritt für uns. Andererseits haben wir doch nur dieses eine Leben und das will ich nicht mit Warten auf die Zukunft verbringen, sondern damit, mir meine Träume zu erfüllen und meine Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Und zwar jetzt. Nicht irgendwann.

Nun kommt Auswandern nicht wirklich in Frage für uns. Obwohl wir uns beide ein Leben in Melbourne oder Perth oder Sydney vorstellen könnten. Aber dann wären wir wieder unendlich weit weg von unserer Heimat. Würden unsere Neffen und Nichten nicht aufwachsen sehen, nicht gemütlich mit Freunden zusammensitzen können. Vor allem aber müssten wir wieder bei Null anfangen. Wieder ins eiskalte Wasser springen, immer mit dem Gedanken im Kopf: War das jetzt die richtige Entscheidung?

Weltreise-Entscheidung: Wenn die das kann, kann ich das auch

Diese Zweifel hatten wir während unserer Weltreise übrigens nie. Wir waren uns beide zu 100% sicher, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben und auch wenn die Reise nicht immer einfach war, bereue ich keine Sekunde und würde es immer wieder so machen. Wir hätten unser großes Abenteuer sogar schon viel eher angehen sollen. Um ehrlich zu sein, gab mir Sarah von Josie Loves den Stubs in die richtige Richtung . Damals las ich ihren Blog und als sie zusammen mit ihrem Mann auf Weltreise ging, dachte ich mir: Wenn die das kann, kann ich das auch. Kurze Zeit später war die Reise, die ich mir schon jahrelang ertäumt hatte, beschlossene Sache. Einfach so. Von heute auf morgen stand das für uns beide fest. Ohne Zweifel und große Überlegungen. Wir machen das einfach. Ich glaube, so sollten wir alle im Leben öfter handeln. Zweifel beiseite schieben und einfach machen.

Mit diesen Gedanken lasse ich euch nun alleine. Interessieren würde mich übrigens auch eure Meinung zu diesem Thema. 🙂 Erreichen könnt ihr uns über Instagram, Facebook, Twitter, Google+ (mal ehrlich: nutzt das überhaupt jemand?) und E-Mail.


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