Manila: Waschlappen, Ube und ein lächelndes Kind


Punkt 1: Wenn ihr ein Taxi nehmt, achtet darauf, dass das Taxameter bei 40 Peso beginnt. Verriegelt die Türen während der Fahrt. Falls ihr euch irgendwie unwohl fühlt, steigt aus.

Punkt 2: Die bewaffneten Security-Männer vor jeder Bank und jedem Geschäft sind eure Freunde. Lächelt und bittet sie um Hilfe, wenn ihr nicht weiter wisst.

Punkt 3: Kurze Jeepney-Fahrten kosten 8 Peso.

Punkt 4: Habt immer ein kleines Handtuch bei euch.

Punkt 5: Neben einem Handtuch findet man in philippinischen Taschen ein Handdesinfektionsmittel, Toilettenpapier und einen Regenschirm.

Punkt 6: Trinkt so viele Mango-Shakes wie ihr könnt.

Punkt 7: Bleibt stets ruhig und geduldig.

Diese Manila-Verhaltens-Tipps hingen an der Wand unseres Hostel-Zimmers. Und ich kann euch sagen: Sie stimmen. Bis auf das mit den Mango-Shakes jedenfalls. Unserer Meinung nach können die Philippiner keine leckeren Fruchtshakes machen. Und das, obwohl sie die allerbesten Mangos haben. Aber sie geben einfach nie genug Obst in den Mixer und der Shake schmeckt somit immer nur nach Wasser. Das war echt überall so. Die Taiwanesen können das viiieeel besser. Hier trinke ich jeden Tag mindestens einen Papaya- oder Avocado-Mango-Shake und bisher hat jeder einzelne super lecker nach der jeweiligen Frucht geschmeckt.

Das mit dem Toilettenpapier habe ich mit eigenen Augen gesehen – zwar in Davao, aber das macht ja nichts. Die Schwägerin der Braut hatte tatsächlich eine ganze Rolle in ihrer Handtasche!

Und die kleinen Handtücher bzw. Waschlappen tragen die Philippiner alle mit sich herum. Manche legen sie sich in den Nacken, manche verstauen sie im Rucksack bzw. in der Handtasche. Sie wischen sich mit diesen Tüchern den Schweiß aus dem Gesicht (ja, auch den Einheimischen ist heiß und sie schwitzen) und verwenden sie als eine Art Regenschutz. Kein Witz! Sobald es anfängt zu tröpfeln, sieht man überall Menschen mit Mini-Handtüchern auf dem Kopf herumlaufen. Inzwischen hat Basti übrigens auch so eins 🙂 .

Taxis haben wir in der Stadt gemieden. Wir haben alles super mit der MRT oder den Jeepneys erreicht. Hier noch ein Tipp für Reisende mit kleinem Budget: Vom Flughafen fährt ein Bus für 20 Peso (4 Euro) pro Person zu einer MRT-Station. Etwas nervig ist dort dann die Taschenkontrolle, denn die Security will auch in das große Gepäck gucken. Dabei wurden wir um unser Anti-Mosquito-Raumspray erleichert. So etwas darf man nämlich nicht mit in die Bahn nehmen (aber ins Flugzeug schon – das soll mal jemand verstehen). Zum Glück war es eh fast leer. Also halb so schlimm.

Mich dazu zwingen ruhig zu bleiben, musste ich öfters mal. Philippiner drängeln sich nämlich ohne Rücksicht auf andere in Züge rein. Im Jeepney setzen sich alle direkt an den Ausgang. Da rutscht keiner, selbst wenn man mit viel Gepäck ankommt. Wir mussten uns jedes Mal mit unseren Rucksäcken bis nach hinten durchquetschen, weil wirklich niemand Platz gemacht hat.

Jeepneys in Manila
Jeepneys in Manila

Was kann ich noch zu Manila sagen? Die Unterkünfte sind verdammt teuer. Weil wir nichts vorgebucht hatten, haben wir für die erste Nacht in dem Stadtteil Makati 40 Euro für ein Hotelzimmer ohne Frühstück zahlen müssen. Die restlichen Nächte haben wir in dem Boutique Hostel verbracht. Dort haben wir pro Nacht immer noch satte 28 Euro gezahlt – im Preis inbegriffen war ein kleines Frühstück, ein eigenes Bad allerdings nicht.

Der Stadtteil Makati
Der Stadtteil Makati

Dazu muss ich allerdings sagen, dass Makati nicht unbedingt das günstigste Viertel in Manila ist. Von unserem Hostel war es aber nicht weit zur Deutschen Botschaft, wo wir eine private Angelegenheit klären mussten. Dabei habe ich gelernt, dass man gutes Geld damit verdienen kann, indem man einen Stempel auf ein Blatt Papier drückt. Sprechzeiten waren übrigens von 10 Uhr bis 11:30 Uhr … typisch deutsch eben.

Was haben wir sonst noch in Manila gemacht? Gegessen zum Beispiel 🙂 . Unter anderem karamellisierte Bananen und Kartoffeln an einem Straßenstand. Und Ube-Fladen haben wir entdeckt. Ube ist eine Art Süßkartoffel (nur eben in lila) und schmeckt super lecker in Gebäcken aller Art.

Karamellisierte Bananen und Kartoffeln
Karamellisierte Bananen und Kartoffeln
Ube-Fladen
Ube-Fladen

Als wir die Straßenstände mit den Snacks in den Händen verließen, kam ein kleiner Junge zu uns und hielt seine Hand auf. So lief er neben uns her. Das ist leider nichts ungewöhnliches in Manila, denn dort betteln Kinder und Erwachsene sehr penetrant. Bettelnden Kindern geben wir eigentlich kein Geld, weil wir sie nicht dazu ermutigen wollen, weiter auf der Straße die Hand aufzuhalten. Als der kleine Junge also neben mir herlief, dachte ich die ganze Zeit, er will Geld haben. Nach einigen Metern habe ich ihm dann einfach eine karamellisierte Kartoffel in die Hand gedrückt, die er mit einem Strahlen im Gesicht entgegen genommen hat. Ein paar Stunden später sind wir an genau der selben Stelle vorbeigekommen und wieder war der kleine Junge da. Er hat uns zugewunken und uns angelächelt. Aber nicht gebettelt. Da ging mir wirklich das Herz auf. Er hat sich so sehr über diese kleine Kartoffel gefreut.

Eine Mutter mit ihrem nackten Kind unter einem Denkmal - Armut begegnete uns leider sehr häufig in Manila
Eine Mutter mit ihrem nackten Kind unter einem Denkmal – Armut begegnete uns leider sehr häufig in Manila

Apropo Essen. In Makati gab es einen tollen Foodcourt, in dem wir fast jeden Abend essen waren. Dort habe ich super leckere Shrimps in Kokosmilch und Kürbisgemüse mit Auberginen bekommen.

Foodcourt-Essen :)
Foodcourt-Essen 🙂

Zu guter Letzt noch etwas zur Mall of Asia. Dieses riesige Einkaufszentrum ist weder von außen noch von innen besonders toll (deswegen haben wir dort wahrscheinlich auch kein Foto gemacht). Wir sind nur ein bisschen darin herumgelaufen, haben kurz mal über die Eislaufbahn in der Mall gestaunt und uns dann den neuesten Teil von „Mission: Impossible“ im Kino angeschaut 🙂 . Ein Karte hat etwas 5 Euro gekostet. Die Malls in Davao haben uns viel besser gefallen: sie waren kleiner und übersichtlicher.

So, das war auch schon zu Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Ach eins noch: Manila fanden wir viel angenehmer als Jakarta (immer noch die schrecklichste Stadt, die wie jemals besucht haben).

Das war auch schon alles, was wir von der philippinischen Insel Luzon gesehen haben. Die letzten zwei Wochen haben wir nämlich auf Palawan verbracht, einer wirklich paradiesischen Insel…


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