Port Barton: dicke Lippe im versteckten Paradies


Port Barton zählt definitiv zu den Highlights unserer Weltreise. Der kleine Strandort im Westen Palawans bietet eigentlich nicht viel – aber dafür auch wieder umso mehr.

Zunächst einmal ist der Ort gar nicht so leicht zu erreichen – zumindest wenn man auf eine teure Minivan-Fahrt verzichtet. Und das wollten wir natürlich. Von Sabang aus haben wir den Jeepney um 10 Uhr morgens bis nach Salvacion genommen – für 100 Peso pro Person (2 Euro). Aufgestanden sind wir allerdings schon um 7 Uhr morgens (!), da uns unsere Hotel-Frau gesagt hatte, der Jeepney fährt um 8.30 Uhr. Als wir dann klar war, dass sich der Jeepney nicht vor 10 Uhr vom Fleck wegbewegt, haben wir kurz mit dem Gedanken gespielt, doch den Minivan zu nehmen. Aber weil der Typ uns plötzlich weismachen wollte, dass die direkte Fahrt nach Port Barton 650 Peso pro Person kostet (13 Euro), obwohl er mir am Vortag einen Preis von 600 Peso pro Person genannt hatte, schalteten wir auf stur und warteten bis 10 Uhr (zwei frische Kokosnüsse versüßten uns die Zeit).

So sieht ein Jeepney übrigens aus, wenn er voll beladen ist :)
So sieht ein Jeepney übrigens aus, wenn er voll beladen ist 🙂

In Salvacion sind wir dann gleich ins nächstbeste Straßen-Restaurant gegangen, um etwas zu essen. Die Restaurant-Frau entpuppte sich dabei als Bus-Ticket-Verkäuferin und reservierte uns telefonisch schon mal zwei Sitze für den letzten Minivan nach Port Barton (350 Peso pro Person, 7 Euro). Auf den mussten wir dann nochmal drei Stunden warten.

So sieht ein Straßen-Restaurant auf den Philippinen aus: in den Töpfen ist Gemüse, Fisch oder Fleisch - man nimmt dann einfach, worauf man gerade Lust hat
So sieht ein Straßen-Restaurant auf den Philippinen aus: in den Töpfen ist Gemüse, Fisch oder Fleisch – man nimmt einfach, worauf man gerade Lust hat

Geld gespart haben wir nicht nur bei der Wahl unserer Transportmittel, sondern auch bei unserer Unterkunft. Die ersten Hotels, die wir abgeklappert haben, wollten 800 Peso pro Nacht (16 Euro). Und das in der Nebensaison! Die dritte Unterkunft war dann zum Glück ein Volltreffer: ein Zimmer im zweiten Stock, direkt am Meer, inklusive Meeresrauschen als morgendlicher Weckton (gibt es etwas schöneres als morgens vom Klang der Wellen geweckt zu werden?) und einer Terrasse mit Hängematten, die direkten Blick auf das Meer boten – für 400 Peso pro Nacht. Ein eigenes Bad und Frühstück hatten wir zwar nicht, aber für den Preis kann man das auch nicht erwarten. Vor allem bei diesem Ausblick…

Unsere Terrasse inklusive Hängematte
Unsere Terrasse inklusive Hängematte
Ausblick von unserer Terrasse
Ausblick von unserer Terrasse

… und diesem Sonnenuntergang (jeden Abend)!

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Zum Frühstück haben wir uns übrigens zwei Avocados, vier Bananen und drei Brötchen für insgesamt 60 Peso gekauft (1,20 Euro) und auf unserer Terrasse mit super Ausblick gegessen. Muss ich euch jetzt noch irgendwie von diesem Paradies überzeugen?

Ich hätte da noch unseren Insel-Hopping/Schnorchel-Ausflug in petto. Unseren Bootsmann haben wir gleich bei unserer Ankunft kennen gelernt. Er hat uns bei der Unterkunft-Suche geholfen und war so nett, dass wir auch die Tour bei ihm gebucht haben (700 Peso pro Person, 14 Euro). Und die hat sich wirklich gelohnt. Vor allem für mich: Ich habe mich nämlich endlich getraut, im offenen Meer zu schnorcheln. Mich haben leider diese ganzen Weißer-Hai-Filme völlig versaut, sodass ich jetzt panische Angst davor habe, im offenen Wasser zu schwimmen. Sobald ich unter mir nichts mehr sehe, schwimme ich ans Ufer zurück. Doch an Bord waren zwei sehr liebe Spanierinnen, die mich überzeugt haben, ins Wasser zu springen.

Es war wirklich toll. Fast eine Stunde lang habe ich mir die Unterwasserwelt genauer angeschaut und sogar zwei Nemos gesehen– immer mit Basti an meiner Seite. Als ich dann wieder auf dem Boot war und meine Maske abnahm, hatte ich das Gefühl, meine Oberlippe sei angeschwollen. Ein bisschen. Doch als ich dann ein Blick in meinen Taschenspiegel riskierte, wäre ich vor Schreck fast ins Wasser gesprungen. Ich sah aus wie Chiara Ohoven! Ihr erinnert euch vielleicht an die Dame mit den Schlauchboot-Lippen. So sah meine Oberlippe aus (ich übertreibe wirklich nicht). Fotos zeige ich hier an dieser Stelle nicht. Das ist mir zu peinlich, denn ich sah unmöglich aus. Eine Lippen-OP kommt für mich definitiv nicht in Frage. Das steht nach dieser unfreiwilligen Oberlippen-Vergrößerung fest.

Das Blöde ist, dass ich schon gern wieder mal schnorcheln würde, aber nun Angst habe, dass meine Lippe wieder Chiara-Ohoven-Ausmaße annimmt. Gibt’s da irgendwelche Tricks, um so etwas zu vermeiden?

Unser Ausflugsboot
Unser Ausflugsboot

Etwas Ablenkung von meiner Lippe verschaffte mir unser Mittagessen, das wirklich sensationell war und direkt am Strand von unseren Bootsmännern zubereitet wurde. Es gab Fisch mit einer wahnsinnig leckeren Soße, Salat, Reis ohne Ende und Obst.

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Nach dem Mittag konnten wir noch ein bisschen auf der Insel entspannen bevor es zum nächsten Traumstrand ging. Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Stop an einer Sandbank eingelegt, wo sich einige Seesterne tummelten. Diese mal von Nahem betrachten zu können, war ein tolle Erfahrung.

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So, wer jetzt immer noch Argumente braucht, um nach Port Barton zu kommen, ich habe noch zwei: Es gibt fast keine Touris in dem Ort, keine Fast-Food-Restaurants und sauschlechtes Internet (mehr Zeit also, um den Ausblick zu genießen, am Strand zu liegen oder ein Buch in der Hängematte zu lesen).

Strand von Port Barton
Strand von Port Barton

Ich glaube, jetzt haben wir auch den letzten Zweifler überzeugt, oder?


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