Brasilien: Fortalezas Strände, Gelbfieber-Impfung und Ärger mit Brenda


Fortaleza ist das Tor zu dem kleinen und unglaublich süßen Strandort Jericoacoara. Es ist möglich, direkt vom Flughafen die etwa 7-stündige Reise anzutreten. Da wir jedoch erst abends im Norden Brasiliens landeten, entschieden wir uns dafür, erst einmal 3 Tage lang Fortaleza zu besichtigen.

Vom Flughafen ging es also mit einem Taxi für 45 Real (ca. 13 Euro) in die Stadt zur Pousada Brenda. Die Unterkunft hatte bei booking.com ganz gute Bewertungen und der erste Eindruck war auch sehr gut. Nur hielt der nur bis zum nächsten Abend….

Das Haus war so dunkel wie der Nachthimmel als unser Taxi davor hielt, die Türen mit extra Gittern verriegelt (wie übrigens alle in dem Viertel). Glücklicherweise ließ uns der Taxi-Fahrer nicht einfach vor verschlossener Tür stehen, sondern klingelte und wartete sogar bis die Pousada-Frau uns in Empfang nahm und uns allerlei Dinge auf portugiesisch erklärte. Englisch konnte sie kein Wort sprechen – und ich nur gebrochen portugiesisch. Das schien sie zumindest zu erfreuen. Sie führte uns zu unserem niedlichen kleinen Zimmer und zeigte uns alles – auch, wie wir den Duschabfluss nach dem Duschen wieder zubekommen (ein offener Abfluss kann dort wohl Kakerlaken und Skorpione hervorbringen). Einen Abfluss zum Verriegeln hatten wir bis dato noch nie gesehen. Soweit so gut.

Am nächsten Morgen bekamen wir ein frisch und extra für uns zubereitetes Frühstück von eben jener Pousada-Frau. Wir waren die einzigen Gäste. Bis dato ebenfalls neu für uns. Zu Essen gab es Knoblauch-Baguettes und im Backofen heiß gemachte Sandwiches mit Käse und Schinken. Ein etwas merkwürdiges Frühstück, aber wir sind ja nicht wählerisch. Außerdem stellte sie Obst, frische Säfte und Kokoswasser (ich liebe Kokoswasser) auf den Tisch.

Als wir dann raus wollten, musste sie uns die Tür aufschließen, denn die blieb auch tagsüber fest verriegelt. Unsere erste Anlaufstelle: Ein Krankenhaus in der Nähe. Dort wollten wir uns eine Gelbfieber-Impfung holen. Die haben wir aber weder dort, noch in dem nächsten Krankenhaus bekommen.  Da wir nicht möchten, dass auch ihr bei gefühlten 50 Grad Außentemperatur durch die Straßen Fortalezas rennt: Das richtige Krankenhaus heißt Posto de Saude de Meireles, es befindet sich in der Avenida Antonio Justa (im Hotel-Viertel) und wenn ihr morgens zwischen 7 und 8 Uhr dort auftaucht, bekommt ihr kostenlos eine Impfung gegen Gelbfieber verpasst. Es spricht dort zwar niemand Englisch, aber die Schwester hat mich immerhin angeguckt und mit einer Geste einen dicken Bauch geformt und nach einem Baby gefragt. Ich schüttelte den Kopf und schon gab es einen Piekser in den Arm und eine Bescheinigung dazu.

Vom Krankenhaus aus sind wir dann gemütlich über die Avenida Beira-Mar geschlendert und dabei an vielen Kokosnuss- und Açai-Ständen vorbeigekommen. Direkt am Strand, z.B. am Praia Iparema, könnt ihr die Schirme und Stühle der Strand-Restaurants kostenlos nutzen, wenn ihr etwas esst oder trinkt. Aber Achtung: Steuern und Service-Kosten sind im Menü-Preis meist nicht enthalten.

Besonders gut fanden wir die Tapioca-Stände. Davon hatten wir im Süden nicht so viele gesehen (und nur ein Mal in Barra da Lagoa welche gegessen), dafür gibt es die leckeren Fladen im Norden fast überall. Meine liebste Füllung: Kokos, Banane und Zimt. Ein guter Anlaufpunkt für leckere Tapiocas, günstige Kokosnüsse (für nur 2,50 Real statt 5 wie im Süden) sowie Cashews (1kg für 40 Real, ca. 11,50 Euro) und Paranüsse ist der Mercado Central. Der befindet sich neben einer riesigen Kirche, der Catedral Metropolitana de Fortaleza. Vor dieser Kirche herrscht tagsüber ein reges Treiben: Viele Straßenhändler verkaufen Wasser, Kleidung und Essen.

Am Busbahnhof Praça da Estacao

Auch in den Straßen um den Mercado Central gibt es viele gute Essensmöglichkeiten. Vor allem in der Straße, die von dem Platz vor der Kirche (Praça General Tibúrcio) zum Busbahnhof Praça da Estacao führt. Dort sind wir auch in den Bus 909 eingestiegen, der uns zum Praia Futuro brachte. Während eine große Straße und viele Hochhausbauten die westlichen Strände Fortalezas begrenzen, sieht man am Praia Futuro nichts als viele schöne Palmen. Der Strand ist wirklich toll. Es gibt Schirme, Bars, Restaurants, kleine Strand-Stände und viel Platz. Definitiv unser Lieblings-Strand in Fortaleza.

Jedes Mal, wenn wir nach unseren Tagesausflügen zurück in die Unterkunft wollten, mussten wir klingeln. Wie auch jeden Morgen, wenn wir raus wollten. Die Gitter waren stets verriegelt. Und unsere Pousada-Frau gab uns zunehmend das Gefühl, wir würden sie stören. Dabei waren wir nach 3 Tagen immer noch die einzigen Gäste. Zwar Gäste, die 2 Mal eine halbe Stunde vor der eigentlichen Frühstückszeit essen, dann auch noch jeden Tag rein und raus wollten und die das Klo verstopften (dass wir kein Toiletten-Papier in die Kloschüssel schmeißen durften, hat sie uns nämlich nicht zu verstehen gegeben). „Repariert“ hat sie das übrigens mit einer in einen Holzstiel gesteckten, aufgeschnittenen Plastikflasche. Während wir sie stets freundlich auf portugiesisch begrüßten, schaute sie uns nur missmutig an. Und gab uns am letzten Tag nur Obst zum Frühstück. Denn es regnete. Und bei Regen könne sie kein Brot holen. Aha.

Dummerweise vergaß Basti bei unserer Abreise, ihr den Zimmerschlüssel zurückzugeben. Da wir vom 300 Kilometer entfernten Strandort Jericoacoara nicht einfach mal so schnell zurückfahren konnten (und wollten), haben wir den ganz brav mit der Post nach Fortaleza geschickt (schließlich stand die Pousada sowieso leer). Und wir haben uns bei der Frau entschuldigt. Auf portugiesisch. Mehrmals. Sie hingegen schickte uns viele Hass-Mails, in denen sie uns als Diebe bezeichnete und extrem viele Ausrufezeichen benutzte. Ihr könnt es euch denken: Die Pousada-Brenda können wir nicht weiterempfehlen. Jericoacoara hingegen schon. Warum? Das erfahrt ihr das nächste Mal 🙂 .


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