Brasilien: Das deutsche Blumenau und warum uns wieder einmal Einheimische retten mussten


Eine deutsche Stadt in Brasilien? Das wollten wir mit eigenen Augen sehen. Und da Blumenau quasi auf dem Weg zu den berühmten Iguazú-Wasserfällen lag, haben wir uns spontan 3 Nächte im Hotel Hermann eingenistet. Dort hat der Mann an der Rezeption sogar ein bisschen deutsch gesprochen.

Hotel Hermann

Blumenau wurde 1850 von deutschen Einwanderern unter Leitung des Apothekers Hermann Blumenau gegründet und ist nicht die einzige deutsche Kolonie in Brasilien.

Den deutschen Einfluss merkt man: Es gibt sehr viele hübsche (Fachwerk-)Häuser in der Innenstadt. Allein wegen diesem Anblick lohnt sich ein Abstecher in die Stadt. Und dann wäre da noch die Vila Germânica, eine Art bayerisches Dorf, in dem jedes Jahr das Oktoberfest groß gefeiert wird. So richtig mit Trachten und deutschen Spezialitäten.

Und so sieht es die Vila Germânica aus …

Deutsch gegessen haben wir in der Stadt allerdings nicht. Dafür gab es super leckere Wraps in dem peruanischen Café Macchu Picchu Matte. Mit einem der Mitarbeiter haben wir uns sehr nett auf Englisch unterhalten und er war es auch, der uns einen Ausflug zu den Wasserfällen im Umland, Nova Rússia, ans Herz legte.

Da es in Blumenau nicht wirklich viel zu tun gibt (die Stadt haben wir an einem Tag erkundet), waren wir froh, den Tipp bekommen zu haben und traten am nächsten Tag unsere Reise ins Umland an. Ich schreibe bewusst Reise. Zunächst ging es mit einem Bus zum Terminal Garcia. Von dort aus fährt ein anderer Bus in Richtung Nova Rússia – nur eben äußerst selten. So selten, dass wir erst eine Stunden warten mussten. Der Bus kam allerdings nicht. Wir hatten dann natürlich wenig Lust, weitere 2,5 Stunden auf den nächsten zu warten – und so stiegen wir einfach in einen Bus mit der gleichen Richtung (Santa Maria).

Die Endstation des Santa-Maria-Busses war jedenfalls mitten im Nichts. Zu den schönen Wasserfällen hätten wir noch einige Kilometer laufen müssen. Die extreme Hitze und bellende, nicht gerade freundlich wirkende Hunde ließen das aber nicht wirklich zu (unsere Erfahrungen mit aggressiven Hunden könnt ihr u.a. hier und hier nachlesen). Was also blieb uns anderes übrig, als auf den nächsten Bus zu warten (bzw. zu beten, dass auch wirklich einer kommt).

Gegenüber von der Haltestelle (an der natürlich keine Buszeiten angebracht waren) stand ein eingezäuntes Familienhaus. Nach einer Weile parkte ein Auto davor, 2 Frauen stiegen aus und aus dem Haus kam eine Familie. Es wurde umgepackt, einiges besprochen und dann machten sich die Frauen mit 2 kleinen Kindern auf den Weg. Im letzten Moment, als das Auto schon fast an uns vorbeigerollt war, klopfte ich an die Fensterscheibe. Eigentlich wollte ich nur wissen, wann denn der nächste Bus kommt, aber die Frauen waren so nett, rückten eng zusammen und nahmen uns den ganzen Weg (etwa 19 km) mit zurück zum Terminal Garcia. Wieder einmal haben uns Einheimische ganz selbstlos mit zurück in die Zivilisation genommen.

Die Moral von der Geschicht‘: Wir glauben, die Nova Rússia lässt sich am besten mit einem Mietauto erkunden. Das Erholungsgebiet selbst haben wir nun leider nicht gesehen, aber am Ende des Tages waren wir um einige Erfahrungen reicher. Und das ist doch auch etwas 😉 .

Falls ihr euch tatsächlich ein Mietauto holt, solltet ihr unbedingt auch einen Abstecher in den nächsten Ort, Pomerode, einplanen. Wir sind auf dem Weg nach Iguazú mit dem Bus durch den niedlichen Ort gefahren und waren ganz begeistert von den süßen Häusern und lustigen Hotel-Namen (ich sag nur: Pousada Oma Helga).

Anfahrt und Weiterkommen: Von Florianópolis aus dauert die Busfahrt nach Blumenau etwa 2,5 Stunden und kostet 106 Real für 2 Personen (ca. 32 Euro). Der Bus hält einmal mitten in der Stadt, doch wir hatten es verpasst, dort auszusteigen und mussten so vom Langstrecken-Busterminal mit der 605 zum Terminal Proeb und von dort aus mit noch einem anderen Bus in die Stadt fahren.

Die Fahrt von Blumenau nach Iguazú dauert etwa 14 bis 16 Stunden und kostet 300 Real für 2 Personen (für den günstigeren Bus). Wir hatten Glück und durften am Ende mit dem teureren und bequemeren Leito-Bus mitfahren.


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