Was so eine Weltreise mit sich bringt


Wir haben ihn wieder. Den guten alten Alltag. Nach einem Jahr non-stop reisen durch Asien, haben wir endlich wieder ein geregeltes Leben – hier in Perth, Westaustralien. Es ist kaum zu glauben, aber wir haben diesen Alltag tatsächlich vermisst im vergangenen Jahr. Sich mal wieder an einem Ort niederzulassen. Nicht ständig den Rucksack packen bzw. aus dem Rucksack leben zu müssen. Endlich mal wieder selber zu kochen. Was man nicht alles auf so einer Weltreise zu schätzen lernst 😉 .

Jetzt, da wir ihn wieder haben, unseren Alltag, freuen wir uns auch schon riesig auf unsere nächsten Reise-Abenteuer – die allerdings noch 5 Monate auf sich warten lassen. Aber allein beim Gedanken an unsere nächsten Ziele sind wir Feuer und Flamme auf das Reisen, darauf, unsere Rucksäcke wieder zu packen und Neues zu sehen.

Was wir im vergangenen Jahr in Asien auch schrecklich vermisst haben, war Käse. Oh wie gut es uns doch in Deutschland mit all diesen großartigen Käsetheken geht. Das erste, was wir noch am Ankunftstag hier in Perth gekauft haben, war ein 1 kg Cheddar-Käseblock. Anders als bei uns, gibt es hier sehr viel Cheddar im Supermarkt. Teuer ist hier mein geliebter Blauschimmelkäse, Weichkäse und Feta. Wenn ich also mal einen 8 AUS-Dollar Brie in unseren Einkaufswagen lege, ist das purer Luxus für mich 🙂 .

Links seht ihr die 2 Käse-Blöcke
Links seht ihr die 2 Käse-Blöcke

Auf unserem schönen Heidelberger Sonnen-Balkon zu frühstücken, vermissen wir auch. Hier in Perth haben wir zwar einen kleinen Balkon, aber da scheint leider die Sonne nie hin und deswegen ist es zu kalt (und zu eng), um dort zu frühstücken.

Bleiben wir beim Essen. Wir vermissen immer noch die selbstgemachte Marmelade meiner Schwester (mit Obst aus dem eigenen Garten). Und Pflaumenmus – das haben wir bisher noch nicht in Perth entdeckt. Und bezahlbaren Serano-Schinken.

Dass wir unsere Familien vermissen, ist ja klar. Wir vermissen es auch, von der Familie umsorgt zu werden. Das wird sich leider auch in den nächsten Monaten nicht ändern.

Nach einem Jahr in Asien haben wir uns sehr nach festen Preisen gesehnt, die wir hier in Perth natürlich haben.

Ich habe es außerdem vermisst, in Zeitschriften zu stöbern. Daher habe ich mich in Kambodscha riesig über eine deutsche Ausgabe der Jolie gefreut, die im Hotel-Aufenthaltsbereich herumlag (aktuell war sie auch noch). Herrlich. Dafür war es auf Reisen toll, durch die vielen Büchertausch-Möglichkeiten neue Bücher zu entdecken, für die ich mich sonst vielleicht nicht entschieden hätte. 21 habe ich bisher gelesen und sehr empfehlen kann ich: „The Green Zone. Emperial Life in the Emerald City“ von Rajiv Chandrasekaran (es zeigt, wie die Amerikaner den Wiederaufbau des Irak vergeigt haben), „The Gold Coast“ von Nelson de Mille (für „Soprano“-Fans), „The Walking Dead“ von Gerald Seymour (nein, es hat ganz und gar nichts mit der Serie zu tun, sondern es geht um einen Terror-Anschlag) und eines meiner liebsten Bücher: „Gone Girl“ von Gillian Flynn (krasse Geschichte über ein Ehepaar).

Wein. Oh wie toll war es, in Myanmar endlich mal wieder ein gutes Glas Wein trinken zu können (noch dazu mit einer spektakulären Aussicht). Ich hatte nach so vielen Monaten ganz vergessen, wie gut Wein schmeckt 🙂 . Hier in Perth gibt es endlich wieder eine große (und bezahlbare) Auswahl. Trotzdem vermisse ich es, mich mit meinen Freundininnen auf ein leckeres Getränk zu treffen und über alles mögliche zu quatschen. Frauenthemen halt 😉 . Über so einen langen Zeitraum den Kontakt zu erhalten ist nicht leicht, aber Gott sei Dank bekommen wir das bisher gut hin.

Zu schätzen gelernt, habe ich u.a. auch die Jahreszeiten. Hier in Australien ist gerade Herbst und ich hatte ganz vergessen, wie wunderschön der Herbst sein kann. Mit all seinen tollen Farben und Gerüchen (Laub). Ich freue mich jetzt schon riesig auf unseren ersten Weihnachtsmarkt in Deutschland. Und natürlich auf ein Weihnachten im Kreise der Familie. Wie heißt es doch so schön: Vorfreude ist die schönste Freude.

Herbst in Perth
Herbst in Perth

3 Gedanken zu “Was so eine Weltreise mit sich bringt

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