In den Bergen Mexikos: San Cristóbal de las Casas, der Cañón del Sumidero und Chiapa de Corso

In den Bergen Mexikos: San Cristóbal de las Casas, der Cañón del Sumidero und Chiapa de Corso

Ein bisschen Bammel hatte ich schon vor der Fahrt von Palenque nach San Cristóbal. Es war nicht nur unsere erste Nachtbusfahrt in Mexiko, sondern es ging auch noch kurvige Bergstraßen entlang. Mir wird ja gerne und schnell schlecht bei Busfahrten. Auf dieser ging Gott sei Dank alles gut. Um 8:30 Uhr morgens kamen wir in der Stadt an – und sind dann den einen Kilometer bis zum Hotel gelaufen. So haben wir auch gleich einen guten Eindruck bekommen und die Vorfreude, diese Stadt zu entdecken, stieg 🙂 .

San Cristobal de las Casas

Das erwartet euch in San Cristóbal de las Casas

San Cristóbal de las Casas liegt im zentralen Hochland des mexikanischen Bundesstaates Chiapas. Ja genau, dort kommt der leckere Kaffee her, von dem wir euch schon in den Palenque– und Holbox-Berichten vorgeschwärmt haben. Aber ihr könnt (und solltet) dort nicht nur in einem der zahlreichen süßen Cafés Kaffee schlürfen, sondern auch überall leckere heiße Schokolade trinken.

Zum Frühstück gab es also erstmal Kaffee. Und für mich Smoothie-Tante einen leckeren Schoki-Haferflocken-Espresso-Bananen-Leinsamen-Smoothie mit Omelette und Bohnenmus. Das Natura (Organic) Café solltet ihr auf jeden Fall mal ansteuern. Smoothies mitten im mexikanischen Hochland? Das deutet schon auf den nächsten Punkt hin…

Bestes Restaurant: Das La Lupe

Die Stadt ist kein Geheimtipp. Im Gegenteil. Es ist ein sehr beliebter Touri-Ort, der „Aussteiger“ magisch anzuziehen scheint. Überall sieht man Ausländer, die neben den Einheimischen an der Straße Schmuck und andere Sachen verkaufen.

Direkt um die Ecke vom Natura-Café duftet es im Otch Chukwa herrlich nach Schokolade. Aber: Die heiße Schoki ist sehr gewöhnungsbedürftig, da sie aus purem Kakao hergestellt wird. Ihr könnt sie in den verschiedensten Geschmacksrichtungen bestellen. Ich hatte Zimt und Basti hatte sich für die Zartbitter-Schoki entschieden. Wie gesagt: Es war sehr gewöhnungsbedürftig. Aber dazu gibt es Probierschokolade und leckeres Gebäck. Eine Tasse kostet 30 Pesos.

Und nun zu unserem absoluten Lieblingsrestaurant in Mexiko. Wir gehen ja eigentlich nie mehrmals in ein Restaurant, weil wir gerne so viele wie möglich ausprobieren wollen. In San Cristóbal wurde daraus aber nichts. Denn wir waren so dermaßen beeindruckt vom Essen (und Trinken) im La Lupe, dass wir ganze drei Mal dort waren. Ihr findet dieses wunderbare Restaurant in der Haupttouri-Straße Real de Guadalupe. Dort war übrigens auch unser Hotel, das Hotel San Martin. Am La Lupe sind wir erst ein paar Mal vorbeigelaufen, weil es relativ teuer und schick aussah. Ist es aber gar nicht.

Die traditionellen Nachos mit der Guacamole sind einfach überragend gut. Das Beste an dem Restaurant: Es gibt unglaublich viele Dips und Chili-Pasten extra, die du dir einfach von einer Bar nehmen kannst. So so so gut! Die Margaritas waren uns zu süß, dafür kann ich die frischen Saft-Cocktails sehr empfehlen.

Der Mercado José Castillo Tiélemans

Sehr zu empfehlen ist auch der José-Markt. Dort gibt es inmitten des kunterbunten Treibens unglaublich gute Quesadillas. Die werden frisch zubereitet und mit Käse, Tomaten, Hühnchen, Avocado und Salsa belegt und für gerade mal 10 Pesos pro Stück verkauft (ca. 50 Cent). Auf dem Markt könnt ihr außerdem riesige Papayas für etwa 30 Pesos, fünf große Maracujas für 10 Pesos kaufen und frisches Popcorn für 5 Pesos pro Tüte.

Bleiben wir doch beim Essen. Es gibt in San Cristóbal eine kleine französische Bäckerei mit unglaublich leckeren Schoko-Hörnchen. Ihr findet die French Bakery El Horno Mágico gleich um die Ecke vom San Martin Hotel – sie befindet sich gegenüber vom Templo de San Nicolas. Außerdem empfehle ich allen Naschkatzen einen kleinen Stand an der Haupttouri-Straße Real de Guadalupe, an dem eine Frau abends super leckere Tamales für nur 10 Pesos verkauft. Wir empfehlen die Mole-Hühnchen-Füllung. Yum!

Krokodile und Affen im Cañón del Sumidero und Chiapa de Corso

Ja, wir haben auch noch etwas anderes gemacht, als Essen zu gehen 🙂 . Einen Tagesausflug zum Beispiel. Den haben wir über Jalapeño Tours gebucht (das Büro befindet sich in der Haupttouri-Straße gegenüber von unserem Hotel). Wir würden euch allerdings empfehlen, das Ganze auf eigene Faust zu versuchen. Die Tour war nicht so toll. Der Cañón del Sumidero hingegen schon.

Das ist eine 25 km lange Schlucht, durch die man zwei Stunden lang mit einem Boot fährt und dabei mit ein wenig Glück viele Tiere erspähen kann. Die Schlucht ist wahnsinnig beeindruckend. Die Felsen ragen bis zu 1.000 Meter in die Höhe. Allein dafür hat sich die Tour schon gelohnt. Und dann hatten wir auch noch Glück und haben ein sehr großes Krokodil gesehen (zum Glück war es nicht direkt neben dem Boot), super süße Geoffroy-Klammeraffen, die auch noch für Fotos gepost haben und Vögel.

Canon del Sumidero

Nach der Tour ging es weiter in das Kolonialstädtchen Chiapa de Corzo, das 1528 als erste Siedlung der Konquistadoren in Chiapas gegründet worden ist. Dort solltet ihr unbedingt auf dem kleinen Markt vorbeischauen. Denn da gibt es frische Kokosnüsse. Die waren bei unserer Mexiko-Reise leider Mangelware. Und wenn ich sie dann mal gesehen habe (am Strand in Tulum und auf Holbox), waren sie ziemlich teuer. Unser Tipp: Kokosnusswasser im Supermarkt ist günstiger 😉 . Aber auf dem Markt in Chiapa de Corzo habe ich sie für nur 15 Pesos bekommen – und dann gleich zwei getrunken. Einfach die nette Frau am Obst- und Gemüsestand fragen, die öffnet sie dann auch.

Die Quesadillas zwei Stände weiter haben dem Basti besonders gut geschmeckt. Allerdings waren sie mit 50 Pesos pro Quesadilla viel teurer als die in San Cristóbal auf dem Markt.

Wieso fanden wir die Tour an sich jetzt nicht so super? Weil der Typ auf dem Boot nur Spanisch gesprochen hat. Wir haben also nichts von dem verstanden, was er erklärt hat. Und wenn man die Infos nicht versteht (die mich interessiert hätten), braucht man auch keine Tour buchen. Als wir bei Jalapeño Tours gebucht hatten, haben die schließlich mitbekommen, dass wir kein Spanisch verstehen. Ich bin nach der Tour nochmal hin und habe das angesprochen – aber die waren da sehr uneinsichtig und nicht gerade freundlich.

In 18 Stunden nach Tulum

Von San Cristóbal aus ging es für uns auf direktem Weg nach Tulum. Mit dem Bus. 18 Stunden lang. Das waren sehr lange und anstrengende 18 Stunden. Aber ich durfte dabei dieses wunderschöne Naturschauspiel beobachten…

Wenn wir mehr als drei Wochen Urlaub gehabt hätten, wäre ich gerne noch nach Oaxaca und Mexico City gefahren. So war nur noch Tulum für uns drin. Drei Wochen sind für mich einfach zu kurz zum Reisen. Dazu liebe ich es zu sehr, ein Land zu entdecken.

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