Berlin: Café-Liebe in Zeiten von Corona

Die Welt war eine andere, als der letzte Post auf travel2eat online gegangen ist. Das ist zugegebenermaßen schon viel zu lange her. Seit dem ist so viel passiert. Nun wollte ich eigentlich mit einem Bericht von unserem Ostsee-Kurztrip wieder loslegen. Doch aufgrund der aktuellen Situation geht es heute erstmal um meine geliebten Berliner Cafés.

Das Corona-Virus hat die Welt derzeit fest im Griff. Und während auch hier in Deutschland nach und nach alles schließt, kämpfen die kleinen Cafés um ihre Existenz. Die Vielfalt an tollen Cafés ist ein Grund, warum ich Berlin so liebe und warum ich so happy bin, in dieser Stadt zu leben. Ich finde diese Café-Kultur einfach großartig – und jetzt bange ich um sie.

#supportlocal in Zeiten von #socialdistancing ?

Am Sonntag noch waren Basti und ich bei Isla Coffee in Neukölln frühstücken – eben um genau so ein kleines Café zu unterstützen. Vor Ort war es auch gar kein Problem den nötigen Abstand zu halten, denn bei Isla Coffee war an einem Sonntagmorgen (leider) nicht viel los. Das Personal trug Handschuhe und war sehr auf die Hygienebestimmungen bedacht. Unter anderem mussten wir unsere Servietten selbst wegschmeißen und Wasser stand nicht mehr offen herum, sondern wurde uns an den Tisch gebracht.

Drei Tage später genoss ich dann bei bestem Frühlingswetter im Volkspark Friedrichshain einen ausgiebigen Spaziergang – und hatte dabei irgendwie ein schlechtes Gewissen. Einerseits ist es ja gesund an die frische Luft zu gehen und sich zu bewegen – immer mit dem nötigen Abstand zu anderen Menschen natürlich. Andererseits soll man ja soziale Kontakte komplett meiden…

Zum Abschluss habe ich mir Kaffee, Bagels und Brownie bei Fine Bagels gekauft (ich bin dahin gelaufen und nicht mit der Bahn gefahren) – auch wieder, um den Book & Bagel-Store zu unterstützen. Und wieder mit schlechtem Gewissen.

Auch die Cafés wissen nicht, wie sie es richtig machen sollen. Manche schließen, nur um einen Tag später doch wieder zu öffnen, weil sie sonst weder Mitarbeiter noch Miete zahlen können. Viele verkaufen ihren Kaffee und ihre Gerichte nur noch für Take away, beliefern die Nachbarschaft oder ermuntern die Leute, Gutscheine zu kaufen.

Ich denke, wir werden jetzt erstmal daheim frühstücken und erstmal nur noch Take away in den kleinen Läden kaufen. Zu meinem Bäcker werde ich weiterhin am Wochenende gehen, solange das noch möglich ist. Er muss schließlich auch überleben. Und schließlich kann ich dahin laufen, während ich derzeit immer noch einmal mit U- und S-Bahn durch die ganze Stadt fahren muss, um ins Büro zu kommen.

Die Lage ist gerade für alle extrem schwierig, aber immerhin sind unsere Existenzen nicht bedroht, wir und unsere Familien sind gesund und wir können uns noch (relativ) frei bewegen (mit dem nötigen Abstand). Dafür bin ich dankbar und hoffe, dass diese Krise bald vorbei ist.

#homemade Frühstück

Zum Schluss kommt noch ein (vitaminreiches) Frühstücksrezept von mir:

Ich liebe grüne Smoothies. Dieser hier bestand aus Spinat, einer Orange und einer Banane. Das alles habe ich zusammen mit Leinsamen und etwas Wasser gemixt und mit frischen Blaubeeren und geröstetem Buchweizen garniert. Dazu gab es ein Erdnussbutter-Brötchen mit Beeren (Antioxidantien, Protein und Zink 😉 ) und frischen Mandarinensaft (Vitamin C).

Wtf: Und plötzlich kaufen alle Erdnussbutter

Meine Erdnussbutter (100% Erdnuss, ohne Zucker, Salz und sonstige Zusätze) bestelle ich übrigens immer online und direkt in der ein-Kilo-Packung. Gerade habe ich eine von Wehle Sports. Normalerweise tue ich das, weil es in den Supermärkten immer nur die kleine Erdnussbutter mit Zucker gibt. Deutschland ist einfach kein Erdnussbutterland. Zumindest war das bisher so. Neuerdings sind selbst die Erdnussbutter-Regale bei Rewe, Edeka, Bio Company und Co. leer gefegt… Gleiches gilt übrigens gerade ebenfalls für Kichererbsen (die ich holen wollte, um Hummus zu machen). Verrückte Zeiten…

Ich hoffe euch allen geht es gut. Haltet Abstand, benutzt euren Verstand und bleibt gesund.

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