DMZ-Tour: Warum sich die Tunnel in Süd- und Zentralvietnam lohnen


„Don’t get lo(s)t in the tunnel!“ Diesen Satz werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Vor vier Jahren hat ihn unser DMZ (Demilitarisierte Zone)-Guide ständig wiederholt, bevor wir die Vinh-Moc-Tunnel besichtigt haben (damals war ich mit einer Freundin in Vietnam). Auch in diesem Jahr fiel der Satz.

Vielleicht könnt ihr euch noch an unsere Besichtigung der Cu-Chi-Tunnel erinnern. Wieso es sich gelohnt hat, auch noch die Tunnel in Zentralvietnam anzuschauen, möchte ich euch in diesem Beitrag erklären.

Die Vinh-Moc-Tunnel haben wir im Rahmen der DMZ-Tour besichtigt, die überall in Hue angeboten wird. Besser ist es allerdings, die Tour von Dong Ha aus zu machen – so spart man sich die lange Anfahrt. Wir haben 19 US Dollar pro Person für den Tagesausflug gezahlt, es geht aber auch günstiger: In unserer Gruppe haben einige nur 16 US Dollar ausgeben müssen. Uns wurde für die 19 Dollar eine bessere Qualität vom Huenino-Hotel versprochen – leider war das aber nicht der Fall. Wir musste die langen Busfahrt-Strecken zusammengequetscht in einem Minibus zurücklegen.

Die ehemalige Entmilitarisierte Zone erstreckt sich 90 km von Hue entfernt über eine Fläche von 5 km auf beiden Seiten des Ben Hai Flusses. Der Fluss diente von 1954 bis 1975 als Trennungslinie zwischen Nord- und Südvietnam.

Los ging es bereits um 7 Uhr morgens, nach etwa zwei Stunden Fahrt stieg unser Guide in Dong Ha zu. Erster Foto-Stop war dann am sogenannten Rockpile. Das ist ein über 200 Meter hoher Felsen, der während des Vietnamkriegs ein wichtiger Beobachtungspunkt für die US-Army war. Die Soldaten konnten ausschließlich mit einem Helicopter auf den Berg gelangen.

Rockpile
Rockpile

Danach hielten wir an einem Dorf, das uns einen Einblick in das einfache Leben der Landbevölkerung gab…

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Das Dorf: ein paar Häuser am Straßenrand mitten im Nichts

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Weiter ging es zum Ho-Chi-Minh-Pfad, über den der Norden im Vietnamkrieg seine Kämpfer im Süden versorgte. Der Pfad führte auch durch Teile von Laos und Kambodscha.

Als nächstes Stand ein Kriegsmuseum (Khe Sanh Combat Base) auf dem Plan, neben dem auf einer riesigen Fläche auch Bunker, Kriegs-Helicopter, -Panzer und -Flugzeuge ausgestellt sind. Khe Sanh war im Vietnamkrieg eine wichtige Basis der US-Soldaten, die nach einer Belagerung der Nordvietnamesen im Jahr 1968 völlig zerstört wurde.

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Das Beste zum Schluss: die Besichtigung der Tunnel. Anders als in Cu Chi waren wir bestimmt eine Viertelstunde in dem Tunnelsystem unterwegs. Vorneweg lief unser Tunnelguide, eine kleine Vietnamesin. Sie ermahnte uns, zusammenzubleiben, damit wir nicht verloren gehen („Don’t get lo(s)t“). Allerdings hatte sie ein ziemliches Tempo drauf, sodass nach kurzer Zeit der hintere Teil der Gruppe außer Sicht war. Wirklich beunruhigt hat das unseren Guide aber nicht, denn sie meinte nur: „Vielleicht sind die anderen ja gar nicht mit in die Tunnel rein gegangen.“ Aha, dachte ich mir, was aber wenn doch? Nach einer Wartezeit im unterirdischen „Meetingroom“ (in dem Raum konnten wir tatsächlich aufrecht stehen), schloss dann der Rest auf und wir konnten bis auf die unterste Ebene (23 Meter tief) vordringen. Danach ging es wieder an die Oberfläche. Ich war froh, als ich wieder draußen war. Unter solchen Bedingungen jahrelang zu leben, ja sogar Kinder zur Welt zu bringen, wäre für mich unvorstellbar.

Ein Tunneleingang
Ein Tunneleingang
Im Tunnelsystem...
Im Tunnelsystem…

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Ein weiterer Eingang
Ein weiterer Eingang

Warum lohnt es sich nun, Cu Chi und Vinh Moc zu besichtigen? Während wir Cu Chi ein Gefühl für die Enge der Tunnel bekommen haben (die Gänge in Vinh Moc sind breiter), aber nur ein winziges Stück in den Tunneln laufen konnten, durften wir in Vinh Moc das ganze Tunnelsystem besichtigen und so erleben, wie es ist, sich unter der Erde auf verschiedenen Ebenen geduckt durch schmale Gänge zu bewegen. Ich finde beides wichtig und empfehle daher auch, sich beides anzuschauen.

Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz am Truong-Son-Nationalfriedhof, auf dem nordvietnamesische Soldaten begraben liegen. Gegen 18 Uhr waren wir dann wieder in Hue. Alles in allem haben wir die meiste Zeit des Tages im Bus verbracht, weswegen wir die Tour von Dong Ha aus empfehlen. Ansonsten war es ein sehr interessanter Tag mit vielen Einblicken in die damaligen Kriegsschauplätze.

Eins noch: Die Vinh-Moc-Tunnel kann man sich auch auf dem Weg nach Son Trach (Phong-Nha-Ke-Bang-Nationalpark) anschauen – so spart man sich die ewig lange Rückfahrt nach Hue.


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